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Forschung an menschlichen EmbryonenIn der Tiroler Tageszeitung vom 24. März 2009 erschienen mehrere Artikel zum Thema "Embryonenforschung". Anbei die Stellungnahme von Dr. Johann Hager, Vorsitzender von Aktion Leben Tirol: Die Begründung der Empfehlung der Ethikkommission beim Bundeskanzleramt, „überzählige" Embryonen für die Forschung frei zu geben und das „therapeutische Klonen" ebenfalls zu erlauben ist einseitig, wissenschaftlich unrichtig und ethisch verwerflich. Mit einseitigen Halbinformationen werden einer kaum informierten und sensibilisierten Öffentlichkeit Notwendigkeiten und Möglichkeiten serviert, die einfach unrichtig sind. Überzählige Embryonen fallen dann an, wenn „vorsorglich" mehr Embryonen im Reagenzglas erzeugt werden, als für die Herbeiführung einer Schwangerschaft innerhalb eines Zyklus benötigt werden. So sieht unser Fortpflanzungsmedizingesetz eine Beschränkung auf ca. 2-3 Embryonen vor, um eine Überzahl möglichst zu vermeiden! Mehr auf einmal herzustellen ist natürlich ökonomischer, als in die Lage zu kommen, mehrfach Befruchtungen machen zu müssen. Es bleibt ethisch untragbar und rechtlich unerlaubt! Embryonen sind Menschen im frühesten Stadium: Geschlecht und Genetik sind festgelegt. Forschung bedeutet immer ihre Tötung. In Deutschland werden die begrenzten Möglichkeiten zur Gewinnung neuer embryonaler Stammzelllinien, die der Gesetzgeber nach langer Auseinandersetzung zugelassen hat, gar nicht ausgenützt. Es besteht kein Bedarf! Embryonale Stammzellen sind in der Therapie nicht verwendbar. Sie werden „wild" wie Krebszellen. Mit embryonalen Stammzellen könnte Krebs herbeigeführt, aber sicher nicht behandelt werden. Die Wissenschaft hat keine Ahnung, wie der Steuerungsmechanismus des Lebens wirklich funktioniert. Es werden unhaltbare Erwartungen geweckt. Was ist beispielsweise von der somatischen Gentherapie übrig geblieben? Nichts. Das war auch so ein Heilsversprechen. Völlig unterschlagen wird, dass die Anwendung längst in eine andere Richtung geht: adulte Stammzellen und Nutzung induzierter pluripotenter Zellen (IPS) sind ethisch vertretbare und aussichtsreiche Wege. Die Unaufrichtigkeit besteht auch darin, dass wahre Zielsetzungen verschwiegen werden: Embryonale Stammzellen dienen nicht der Therapie, sondern der Forschung der Pharmaindustrie. Das Menschenbild soll verändert und die Ethik der Nützlichkeit unterstellt werden. Ethik verweist aber auf „gut" und „böse" und damit auf das Gewissen.
Die Zulassung des therapeutischen Klonens, der Schaffung von Hybridwesen und der Forschung an Embryonen wird keinen der behaupteten Nutzen bringen, dafür aber eine Änderung des Bewusstseins mit weitreichenden Folgen für den Menschen: Nicht mehr unantastbar sondern nutzbar, nicht mehr außer Diskussion sondern den Interessen der Wirtschaft und Wissenschaft ausgesetzt. |
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